14. Dezember 2008...18:59

Gemeinderatsstitzung: Gelebte Perspektivenlosigkeit

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Gemeinde Stockenboi

Gemeinde Stockenboi

Wäre es nicht so traurig, wär’s eh lustig! Die letzte Gemeinderatsstizung 2008 bot wieder vieles an Situationskomik sowie bizarren Diskussionen und Perspektivenlosigkeit.

Stockenboi stirbt aus! 1.670 Personen leben derzeit noch in der Gemeinde, Tendenz weiter sinkend. Diese erschreckende Tatsache wurde von allen Gemeinderäten zur Kenntnis genommen. Keine Partei fand es der Mühe wert, Maßnahmen gegen diesen fatalistischen Trend zu diskutieren.

Durch den rapiden Bevölkerungsrückgang reduzieren sich auch die „Einnahmen“ der Gemeinde um € 40.000,– für 2009, während die Ausgaben weiter ungebremst steigen. So kommt es zu Budgetkürzungen in allen Bereichen, die in erster Linie die Gemeindebürger spüren werden. Das Budget für 2009 wurde jedoch ohne Diskussion einstimmig beschlossen.

Die Schülerzahlen der VS Zlan und VS Stockenboi gehen in den nächsten Jahren mitunter stark zurück. Trotzdem wurde einer Schülerin die Einschulung in Feistritz/Drau ohne Diskussion genehmigt und die Gemeinde Stockenboi zahlt auch noch die Schulerhaltungsbeiträge an Paternion.

Pro Kopf kostet ein Schüler in Stockenboi mit € 2.300,– ungefähr doppelt so viel wie ein Schüler in Zlan. Angesichts der prekären Budgetsituation hätte der Gemeinderat Einsparungsszenarien diskutieren müssen. Nichts geschah, denn in der Vorwahlzeit wollte wohl niemand die anstehende Diskussion über die Schließung der Volksschule Stockenboi eröffnen, die jedoch hinter vorgehaltener Hand sicherlich besprochen wird.

Bürgermeister Kerschbaumer berichtete als Obmann des Fremdenverkehrsausschusses von massiven Einbrüchen bei den Gästezahlen (minus 3,6 %) in Stockenboi. Gemeinderat Oberrauter warf ihn in diesem Zusammenhang jahrelange Untätigkeit bei der Realisierung des neuen Strandbades vor. Ein Hauch eines Streitgesprächs kam auf, verschwand aber schneller als er kam. Eine weitere Diskussion über Gegenmaßnahmen folgte mangels Ideen bei allen Parteien nicht.

Keine, der im Gemeinderat vertretenen Parteien hält es für notwendig, alle Bürger im Rahmen einer Informationsveranstaltung über den geplanten Bau der Tauerngasleitung zu informieren. Wirtschaftliche Interessen weniger, die für eine handvoll Dollars ihren Grund und Boden verscherbeln wollen, scheinen wichtiger zu sein, als die Bevölkerung über die möglichen Gefahren der Tauerngasleitung aufzuklären. Eine Informationsveranstaltung seitens der Gemeinde für alle Stockenboier müsste jetzt dringend angesetzt werden. Die Gesundheit unserer Kinder und der Schutz unserer intakten Natur sollten auch für den Gemeinderat und Bürgermeister absoluten Vorrang haben.

Lange und rege diskutiert wurde über:

- das neue WC im Mehrzweckhaus,

- eine Geschwindigkeitsbeschränkung in Gassen,

- die Eisbahn in Mautbrücken und

- weitere hässliche Betontafeln, die Touristen in den Naturpark locken sollen.

Der Idee, mit grauen Betonklötzen für einen Naturpark zu werben, verfielen nicht einmal die berühmten und oft zitierten Bürger von Schilda. Zum Thema Betontafeln und Weihnachtsdekoration folgt auf Stockenboi Aktuell in Kürze ein Video.

GR Rainer Tripolt verabschiedete sich am Ende der Sitzung von seinen Gemeinderatskollegen mit Worten des Dankes. Die Liste LFS wird 2009 offensichtlich nicht bei den Gemeinderatswahlen antreten.

Gustav Schatzmayr, Stockenboi Aktuell

1 Kommentar

  • Lieber Gustav!

    Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen:“ Die Perspektivenlosigkeit wird wirklich gelebt!“ Ich habe meine letzte Sitzung in der laufenden Legislaturperiode genauso erlebt. Die kurzfristig aufkeimende Wahlkampfrethorik der SPÖ war ja auch nicht ernst zu nehmen, denn sie hätten in den vergangenen Jahren genügend Zeit gehabt mit einer eigenen Tagesordnung eine entsprechende Gemeinderatsitzung einzuberufen. Jetzt herzugehen und dem BGM „Nichtstun“ vorzuwerfen ist ein bisschen wenig und rächt sich selbst. Bleibe bitte am Ball, denn ich denke, dass ich so schnell nicht wieder eine GR-Sitzung besuchen werde ;-)


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