21. Dezember 2008...10:51

Tauerngasleitung: Landwirtschaftskammer-Präsident Wutscher ist dagegen

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Landwirtschaftskammerpräsident Walfried Wutscher und sein Vize Johann Mößler kamen ins Mehrzweckhaus nach Zlan, um ihren Mitgliedern die Rahmenvereinbarung, welche die Landwirtschaftskammern Kärnten und Salzburg mit einem der Projektträger der Tauerngasleitung verhandelt hat, vorzustellen. Nachdem sich die Präsidenten und die Experten der LK-Kärnten selbt auf die Schultern geklopft und sich sicherheitshalber auch selbt für ihre Leistungen gelobt hatten, kam es im Mehrzweckhaus in Zlan zu einer sehr lebhaften Diskussion. Am Ende hatte der Lack an der Rahemvereinbarung doch einige tiefe Kratzer. Zurück blieben verunsicherte und mangelhaft informierte Grundeigentümer der Gemeinden Stockenboi und Paternion.

Der schwarze LK-Präsident Wutscher sah rot als er Farbe bekennen musste. Mokierte er sich anfänglich darüber, dass alle Landespolitiker zum Thema Tauerngasleitung entweder schwiegen oder Wischiwaschi-Antworten gaben, so war es um seine eigene, klare Antwort anfänglich nicht besser bestellt. Sein „ich brauch’ die Tauerngasleitung nicht“ präzisierte er aber dahingehend, dass er gegen den Bau der Tauerngasleitung ist, als Kammerpolitker jedoch nicht dagegen auftreten kann, da es eine große Zahl an Mitgliedern gibt, die an der Gasleitung eine Einnahmequelle sehen.

Sich vorzeitig als Gegner der Tauerngasleitung zu outen, hätte nach Meinung Wutschers auch eine Schwächung der Landwirtschaftskammer in den Verhandlungsrunden mit den Projektträgern der Tauerngasleitung bedeutet. Wutscher und sein Vize Mößler versuchten ihre Resignation vor den Großen (Österreichische Bundesregierung, EU, Industriekonzerne, ..) dahingehend zu drehen, dass sie angesichts des Drucks, der durch diese Institutionen entstehen könnte, das Beste für ihre Mitglieder herausgeholt haben. Vor Angst gestorben ist auch tot, aber es gibt wenigstens ein wenig Geld für’s Begräbnis. Die Gegner der Tauerngasleitung um Dieter Burgstaller und seiner Initiative Nein zur TGL geben sich da weit kämpferischer. Im Rahmen vieler Veranstaltungen weisen sie die gesamte Bevölkerung Kärntens auf die Gefahren der Tauerngasleitung hin. Diese zu verhindern ist ihr oberstes Ziel.

Derzeit ist der Trassenverlauf der Tauerngasleitung noch nicht geklärt. Laufend schweben neue Vorschläge im Raum. Trotzdem sollen die Mitglieder einen bindenden Optionsvertrag unterschreiben, um die ausverhandelten Beträge lukrieren zu können, deren Höhe ebenfalls von mehrern Grundeigentümern als viel zu niedrig angesehen wurden. Der Vorwurf, dass die Landwirtschaftskammer ein würdiger Vertreter der Tauerngasleitungsbauer ist, wurde von Präsident Wutscher jedoch scharf zurückgewiesen.

Seitens der Gemeinde Stockenboi gab es während der Veranstaltung im Mehrzweckhaus keine Stellungnahme. Bürgermeister Kerschbaumer glänzte durch Abwesenheit. Ich sehe nichts, ich sage nichts, ich weiß nichts, ich tu’ nichts, scheint die Einstellung der Stockenboier Gemeindevertretung zu sein und verzettelt sich in der „Politik der 1000 kleinen Dinge“, um damit den wichtigen Entscheidungen und Problemen der Gemeinde Stockenboi aus dem Weg zu gehen.

Gustav Schatzmayr, Stockenboi Aktuell

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