Im gut besetzten Mehrzweckhaus wohnten am Freitag, 28. 10. 2010, die Besucher dem fröhlichen Abwatschen der Stockenboier Gemeindepolitik bei. Phantasielosigkeit und Untätigkeit wurde von den Referenten (Land Kärnten, ARGE Naturpark Weissensee und Tourismusexperten) auf mehr oder weniger subtile Art angeprangert und gipfelte in einer rückwärtsgewandten und mit leicht zittriger Stimme vorgelesenen Rede des Stockenboier Bürgermeisters Hans Jörg Kerschbaumer.
Der Reihe nach. Heinz Oberrauter führte als Moderator durch den Abend und die Veranstaltung begann mit einem äußerst bemerkenswerten Impulsreferat von Mag. Arno Kronhofer, Tourismusdirktor der Gemeinde Weissensee zum Thema “Touristische Entwicklung in Schutzgebieten”. Nach Schaffung des Naturparks Weissensee setzte man sich in der Gemeinde Weissensee an einen Tisch und erstellte eine Strategie, die Naturpark und Tourismus nicht nur unter einen Hut brachte, sondern den Naturpark als ein weiteres wesentliches Highlight der Gemeinde positionierte und die touristische Marke “Weissensee” dadurch noch gestärkt wurde. Man schuf in der Gemeinde Weissensee eine entsprechende Corporate Identity, setze auf aktive Öffentlichkeitsarbeit in Richtung Gemeindebewohner und Gäste, ging Kooperationen mit interessanten Partnern ein und etablierte Veranstaltungen mit großem Nachhaltigkeitscharakter.
Nichts davon geschah bisher in der Gemeinde Stockenboi und daran ist nicht nur der für Tourismus zuständige aber untätige Bürgermeister schuld. Weder von der dynamischen ÖVP noch von der statischen SPÖ gab und gibt es einen Piepston zum Thema Naturparkstrategie. Das Aufstellen einer Schaukel und das Anlegen eines Wanderweges wird schon als Pyramidenbau gefeiert und meistens eh nur dann realisert, wenn vom Land Kärnten Geld aufs Konto kommt. Gemeinschaftssinn, Eigeninitiative und Eigenverantwortung sind den drei politischen Fraktionen scheinbar Fremdworte, obwohl sie diese Werte gerne und immer wieder auf ihre Fahnen heften.
So schaffte die Gemeinde Weissensee rund um ihren Tourismusdirektor Kronhofer auch ein € 500.000,– EU-Leader-Projekt auf die Beine zu stellen, das zu 70 % gefördert wird. Über diese Schiene werden ua erfolgreich Pauschalpakete für Gäste auf naturerleben.kaernten.at vermarktet. Auf kaernten.at findet man von Stockenboi mit Müh und Not ein paar Fotos. Die nächste Watschn für unsere Tourismuspolitiker war damit perfekt. Übrigens wurden nach der letzten Gemeinderatswahl folgenden Personen in den Tourismusausschuss der Gemeinede Stockenboi “gewählt”: Bgm. Hans Jörg Kerschbaumer (BZÖ, FPK, FIK, FPÖ), Bettina Sima (BZÖ, FPK, FIK, FPÖ), Erich Heilinger (SPÖ) und Josef Anichhofer (ÖVP).
Das Gejammer von Bgm Hans Jörg Kerschbaumer, dass Stockenboi arm sei und das ganze Geld für die Erhaltung der Infrastruktur benötige, rang Dr. Kurt Rakobitsch, Abteilung 20 – Land Kärnten, nur ein müdes Lächeln ab und er hielt dem entgegen, dass für gute Ideen, Strategien und Konzepte immer Geld da war und ist. Aber wenn von den zuständigen Stellen weder Ideen, Strategien noch Konzepte geliefert werden, dann gibt es auch kein Geld vom Land. Das war die nächste Watschn für die Tourismuspolitiker von Stockenboi, die man sogar noch am Weissensee noch gehört haben muss.
Der Geschäftsführer der ARGE Naturpark Weissensee, Franz Schier, appelierte an die Eigeninitiative und dass man nicht ständig darauf warten solle, dass der Weihnachtsmann alle Wünsche erfülle. Er formulierte diese Watschn für die Stockenboier Tourismuspolitiker so schmeichelhaft, dass sie als kleines “Ohrenreiberl” gewertet werden kann. Verdiana Morandi aus dem Resia-Tal im Friaul, stellt mit Geschick ihren Naturpark Resia vor. Selbst das kleine Resia-Tal schaffte es ein touristisches Paket zu schnüren. Respekt, den das Tal ist von den natürlichen Gegebenheiten her, bei weitem schwieriger als der Naturpark Weissensee zu sehen und so gab es nach einer Watschn-Orgie, einem Ohrenreiberl zum Abschluss noch eine Kopfnuss für die Stockenboier Touristiker. Anzumerken sind noch die kauzigen Bemerkungen von LAbg. Peter Suntinger, der sein vergangenes mediales Fehlverhalten wieder einmal als Hetze der bösen und ungerechten Medien darstellen wollte. Er war damit in Zlan wohl im falschen Film, der Gute.
Fazit des Abends: Erwache, Tourismusausschuss Stockenboi und von der Gemeinde Weissensee lernen, heißt von Siegern lernen.
Anzunehmen ist aber, dass es in den nächsten Jahren kein weiteres Naturparkgespräch in der Gemeinde Stockenboi geben wird. Der Blamage, unter dem “Watschmbam” zu verenden, werden sich unsere Tourismus-Experten nicht mehr aussetzen.
Im Anschluss gab es Lieder in vier Sprachen vom Doppelquartett Lussari, Bier, Wein und Brote. Alle hatten sich wieder lieb und die Rötungen, die durch die Watschn entstanden waren, klangen allmählich wieder ab und am nächsten Tag war wohl alles wieder vergessen. Es wird weiter gemacht wie bisher, sehr zum Schaden – vor allem – der Jugend in der Gemeinde Stockenboi, der eine weitere Möglichkeit einer Existenzgrundlage entzogen wird und das ist eigentlich die übelste Watschn, die man austeilen kann.
Gustav Schatzmayr, Stockenboi Aktuell





ad mediales fehlverhalten: http://www.youtube.com/watch?v=rw3-x6R6o7k
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HG, Oskar Hoffmann